Theaterzeichnungen

Im Augenblick erfassen – Theaterzeichnungen

Entstehungsgeschichte

In den letzten Jahren wuchs mein Interesse für das Studium der Figur. Ich fing an mehr und mehr Bewegungsstudien von Tieren, Tänzern und Schauspielern zu machen. Die Begegnung mit der Theatergruppe Teatro Studio di Grosseto bildete eine große Inspiration für mich, die in einem Zyklus von spontanen Zeichnungen mündete, „hingeworfen“ während der Aufführungen des Stückes „Iliade“ im Sommer 2005 und „Medea“ 2006 in Roselle. Hinzukam 2007 „Cassandra“ gespielt auf den Resten der Etruskischen Stadt Cosa auf dem Monte Argentario, und in Roselle.
Ich folge meinen lebenden Modellen mit Federkiel, Pinsel und offenen Augen und improvisiere dabei die Gesten, die Bewegungen und den Ausdruck der Schauspieler auf große Papierbögen. Die Dynamik wird auf dem Papier zur Form und spiegelt ihre Emotionen, die Anmut der Bewegungen, die Schönheit ihrer Gewänder.
Meine grafische Technik ist sehr einfach und „absolut“: Ich zeichne mit Federkiel, Tusche und Sepia auf Papier. Versuch um Versuch. Radieren, verbessern gibt es nicht. Im Jahr darauf für das Stück “ Medea “ nahm ich in einer Mischtechnik Pinsel und Aquarellfarben hinzu.
„Im Augenblick erfassen“, der Titel der Reihe bedeutet: Das Wesentliche einer Bewegung, die Schönheit einer menschlichen Geste einfangen. In den fertigen – und unfertigen Zeichnungen wird das Tänzerische des Menschen in seinem Handeln und Erleiden sichtbar. Die Darstellung des zeitlosen, menschlichen Dramas, interpretiert von den Schauspielern im römischen Amphitheater von Roselle, an anderen Orten – und auf meinen Blättern.
Inzwischen sind Jahre des Theaterzeichnens vergangen, ohne das das Projekt für mich an Faszination verloren hätte. Verschiedene Aspekte treten hervor, mal steht die Farbigkeit im Vordergrund, mal die Gestik oder die Aufteilung. Hinzu kamen die Konzertzeichnungen, in denen die Musik und der Musizierende mit seiner inneren und äußeren Bewegung und Bewegtheit im Mittelpunkt steht – ich zeichne weiter!

Der Olivenbaum – L´olivo

Der Olivenbaum – Theaterzeichnung

Theaterzeichnung mit Feder, Pinsel und Tusche auf Papier. Maße  70 x 50 cm. Theaterstück    L´olivo (Der Olivenbaum) der Gruppe „Compania di macchia“, 2014 in Montiano. [Foto M. Borbely]
Drei Frauen stellten in Tanz und Musik (Violine) die mythische Figur eines Ur-Olivenbaumes und der Kultur dar, die um ihn kreist. Hier sind Netze über „sie“ geworfen, die zum Auffangen der gepflückten Oliven dienen.